Universitätslehrgang Jagdwirt/in

Lehrgangsziele

Im Universitätslehrgang (ULG) Jagdwirt/in werden jene Qualifikationen vermittelt, die für die Jagdwirtschaft und das Wildtiermanagement erforderlich sind. Der ULG Jagdwirt/in ist ein qualitativ hoch stehendes und konkurrenzfähiges Weiterbildungsangebot für Jäger/innen. Jagdwissenschaftliche Vertiefung und berufsbezogene Ergänzung der Fachkompetenzen und Erfahrungen sind die zentralen Ziele des Universitätslehrgangs. Dabei werden nicht nur die unterschiedlichen fachlichen Inhalte der Jagdwirtschaft vermittelt, sondern vor allem ihre Vernetzung mit nachhaltiger Landnutzung, Ökonomie und vor allem mit der Wildbiologie.

 

Leitbild

Das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) der BOKU leistet seit 30 Jahren wissenschaftliche Expertise und lehrt praxisorientiertes Wissen in den Themenbereichen rund um die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Gesellschaft und Wild. Durch die jahrelange Erfahrung mit der Jagd, ihren Fragestellungen und deren Verknüpfung mit der Wildbiologie, sowie die gute Zusammenarbeit mit der Jägerschaft entwickelte das IWJ ein maßgeschneidertes Weiterbildungsprogramm für Jägerinnen und Jäger. Unser Ziel ist es, unsere Erfahrungen und unsere Expertisen den Jäger/innen zugänglich zu machen, um verstärkt gemeinsame Umsetzungsstrategien entwickeln zu können. Ökologische Fragestellungen und Lösungen in der Jagdwirtschaft sollen durch Meinungsbildner in der Jägerschaft eine breitere Basis finden. Wir wollen nicht nur den Studenten der Bodenkultur die Möglichkeit geben, wildbiologische und jagdwirtschaftliche Expertisen zu erfahren, sondern glauben, dass die Aufgabe der Vermittlung von wildbiologischen und jagdwirtschaftlichen Themen vor allem die Jäger/innen betrifft.

 

Entwicklung des Universitätslehrgangs Jagdwirt/in

Die Universität für Bodenkultur Wien verpflichtet sich in der Leistungsvereinbarung 2007, mit ihrem fachlichen Profil die Verantwortung für gesellschaftsrelevante Themen zu übernehmen („Responsible University“). Unter dem Leitmotiv der Nachhaltigkeit stehen die zukunftssichere Nutzung und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen im Zentrum des Handelns. Mit diesem Leitmotiv verpflichtet sich auch das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) in seinem Fachbereich einen Beitrag zu leisten.

Das IWJ beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit der Ökologie und dem Management von Wildtieren und ihren Lebensräumen. Dazu gehören vor allen jene Säugetiere und Vögel, die im Fokus verschiedener Interessensgruppen stehen (Jagd, Fischerei, Naturschutz, Tourismus, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Raumplanung etc.). Dies betrifft primär jagdbares Wild, gefährdete und geschützte Tierarten, "Neubürger" oder (Wieder-) Einwanderer, sowie Wildtiere mit hohem gesellschaftspolitischem Konfliktpotential. Neben der Grundlagenforschung zu Habitatwahl, Nahrungsökologie oder Populationsdynamik stehen auch praxisbezogene und anwendungsorientierte Aspekte im Vordergrund (z. B. Monitoringkonzepte, Managementpläne, nachhaltige Bejagung, Wildschadensvorbeugung).

Die Jägerschaft erwartet vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft wissenschaftliche Expertise für Themen, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Mensch, Gesellschaft und Wild befassen. Nachgefragt werden kompetente Antworten zu brisanten Problemkreisen. In diesem Sinne fühlt sich das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft auch im Bereich der Lehre für die Fragen der Gesellschaft - im speziellen der Jägerschaft – verpflichtet und entwickelte 2007 für die Jägerschaft ein maßgeschneidertes Weiterbildungsprogramm – den/die Akademische/n Jagdwirt/in.

 

Unterrichtsmethode

Auf die Teilnehmer/innen wartet ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm mit Vorträgen, Übungen und Exkursionen. Die Lehreinheiten sind angewandt und projektorientiert gestaltet. Entsprechend unserer Vorstellung wird praxisbezogenes Lernen anhand von regional-spezifischen Beispielen, sowie mittels vergleichender Fallstudien vor Ort ermöglicht und erfahrbar gemacht. Zum Erreichen des entsprechenden Bildungszieles wurden für die Lehre des Universitätslehrgangs Jagdwirt/in national und international qualifizierte Lehrende sowohl aus der Universität für Bodenkultur als auch aus äquivalent qualifizierten Institutionen beauftragt.

 

Anforderung an die Teilnehmer

Um den Universitätslehrgang Jagdwirt/in abzuschließen sind 80 % Anwesenheit bei den Lehreinheiten erforderlich. Es wird eine aktive Mitarbeit u. a. anhand einer Seminararbeit und einer Hausarbeit  vorausgesetzt. Zum Erlangen der akademischen Bezeichnung „Akademische/r Jagdwirt/in“ müssen sowohl die schriftliche Prüfung positiv absolviert, als auch eine Abschlussarbeit verfasst und präsentiert werden.

 

Zielgruppe und Voraussetzungen zur Zulassung

Fach- und Führungskräfte aus der Jägerschaft, interessierte Jäger/innen, ebenso wie Berufsjäger/innen sind herzlich eingeladen, sich bei dem Universitätslehrgang Jagdwirt/in zu bewerben. Voraussetzung dafür ist eine gültige Jagdkarte und Matura bzw. Abitur (in begründeten Fällen kann auch mit einer Meisterprüfung und mehrjähriger einschlägiger Berufstätigkeit eine Zulassung erfolgen).

 

Umfang und Kosten

Der Universitätslehrgang Jagdwirt/in wird über einen Zeitraum von vier Semestern in Form von insgesamt 10 Wochenend-Blockveranstaltungen (4 Tage) in unterschiedlichsten Wildlebensräumen Österreichs abgehalten. Die Kosten von € 3.250,- pro Semester beinhalten u.a.

  • Kosten für Lehre
  • Skripten und Handouts
  • ÖH-Beiträge
  • Prüfungsgebühren
  • Serviceeinrichtungen im Internet auf www.jagdwirt.at (im Passwort-geschützten Bereich)
  • allfällige Transfers während der Lehreinheiten, z.B. bei Exkursionen sowie
  • Unterbringung im Hotel, d.h. Zimmer mit Frühstück ab Seminarbeginn bis -ende (sonstige Verpflegung wie Mittag-/Abendessen, Getränke, Reinigungszuschlag für Hunde usw. ist von den Teilnehmern selbst zu bezahlen)

 

Abschluss

Der Universitätslehrgang wird mit der Bezeichnung "Akademischer Jagdwirt" bzw. "Akademische Jagdwirtin" abgeschlossen und der Titel im Rahmen einer feierlichen Zeremonie, der "Akademischen Feier", an der Universität für Bodenkultur verliehen.

Hinweis: Im Zuge der Jagdgesetznovelle (gültig ab Oktober 2015) wird der "Akademische Jagdwirt" für die Ausbildung zum Tiroler Jagdaufseher angerechnet. Es ist für Absolventen des Universitätslehrgang Jagdwirt/in lediglich die Schießprüfung und der rechtliche Teil zu absolvieren. Finden Sie mehr Informationen dazu hier.

 

Bitte beachten Sie auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Universität für Bodenkultur, Wien.

Curriculum und Didaktisches Konzept (ECTS)